WSV Wiedelah

jeden Tag ein bisschen besser

Spielberichte

Wir versuchen zu jedem Spiel einen Spielbericht aufzusetzen. Bitte um Verständnis, wenn das mal nicht der Fall ist.

 

Spielberichte unserer Herren


Zurück zur Übersicht

12.09.2021

WSV Wiedelah : SC 18 Harlingerode 2:5

Am heutigen Sonntag empfing der WSV bei schönem Spätsommerwetter den SC 18 Harlingerode zum ersten Heimspiel der Saison. Nach der knappen Niederlage am vergangenen Wochenende in Astfeld wollte man heute vor heimischem Publikum die ersten Punkte für das Tabellenkonto sammeln.

Schon nach wenigen Minuten war klar, dass das heute ein äußerst kampfbetontes Spiel werden würde, in dem sich beide Mannschaften nicht viel schenken würden. Die Gäste aus Harlingerode begannen hoch stehend und übten von Beginn an viel Druck auf die Wiedelaher Hintermannschaft aus, die dem frühen Pressing allerdings ihrerseits äußerst wach und konzentriert begegnete. Der WSV schaltete nach Balleroberungen schnell um und versuchte ebenfalls, den Weg nach vorne zu finden. Schnell entwickelte sich ein munteres Spiel, das sich allerdings im Wesentlichen zwischen beiden Strafräumen bewegte.

Die erste nennenswerte Chance ergab sich in der 9. Minute: Marcs Ecke flog von der linken Seite scharf vor den kurzen Pfosten, wo Ruben sich gegen seinen Gegenspieler durchsetzen und den Ball mit dem Kopf in Richtung Tor befördern konnte. Der Aufsetzer rutschte unter dem Keeper der Gäste durch und landete im Netz – 1:0 für den WSV!

Erste Chance, erstes Tor. Was für ein Start!

Während sich die Gäste erst einmal schütteln mussten, wurde der WSV mit der Führung im Rücken mutiger und drängte weiter nach vorne. Da die Pässe in die Spitze häufig zu ungenau gespielt wurden, konnten allerdings kaum weitere Chancen kreiert werden. Der SC, der den ungeplanten Gegentreffer erst einmal verdauen musste, zog sich ein wenig zurück und versuchte, durch schnelle Konter zum Erfolg zu kommen – die Gäste blieben mit ihren langen Bällen allerdings fast ausnahmslos an der gut organisierten Hintermannschaft des WSV hängen.

In der 16. Minute konnte Rouwen nach einem langen Ball von Robin seinen Gegenspieler im Sprintduell auf der linken Seite abhängen und in Richtung Grundlinie ziehen. Seine scharf vors Tor gezogene Flanke verpasste Ricardo in der Mitte um Haaresbreite. Der Ball landete stattdessen auf der rechten Seite bei Julian, der mit einem kurzen Haken seinen Gegenspieler stehen ließ und den Ball zurück in die Mitte legte – dieses Mal erwischte Ricardo die Kugel zwar, traf aber nicht richtig, sodass der Ball letztendlich ungefährlich am linken Pfosten vorbeikullerte.

Wenige Minuten später musste dann Lennard angeschlagen vom Platz und wurde von Rainer ersetzt.

In der 24. Minute kamen dann die Gäste aus Harlingerode zu ihrer ersten guten Chance: Nach einem langen Zuspiel aus der eigenen Hälfte konnte Jan, der aus seinem Kasten herausgelaufen war, den Ball zwar noch gerade so vor dem heraneilenden Gästestürmer erwischen, ihn aber nur vor die Füße eines weiteren Gegenspielers klatschen lassen. Dieser wiederum legte den Ball quer zu einem Mitspieler, welcher anschließend in Richtung des leeren Tores zog. Die stark reagierende Hintermannschaft des WSV schaffte es in Gemeinschaftsarbeit nicht nur, einen Torschuss zu verhindern, sondern drängte den Angreifer aus der Zentrale hinaus an das linke Strafraumeck. Von dort flog dann letztendlich doch noch ein Schuss auf das Tor, aber Robin warf sich in den Ball und klärte ihn im letzten Moment zur Ecke. Diese wiederum landete anschließend auf der rechten Seite am langen Pfosten, wo ein Angreifer der Gäste relativ unbedrängt zum Kopfball kam, den Ball aber am Tor vorbeisetzte.

Viel mehr war von den zeitweise genervt wirkenden Gästen bis dato nicht zu sehen. Das hatte man sich gegen einen vermeintlichen Underdog vermutlich einfacher vorgestellt…

In der 31. Minute musste dann Rouwen, der sich zuvor schon einige Minuten mit Schmerzen über den Platz gequält hatte, das Feld verlassen und wurde von Lamine ersetzt.

Während sich der WSV nach dem zweiten verletzungsbedingten Wechsel erst einmal sortieren musste, versuchten die merklich ideenlosen Gäste, die nach wie vor immer wieder an der starken Defensive des WSV hängen blieben, nun vorzugsweise mit Schüssen aus dem Rückraum zum Erfolg zu kommen. Ein harmloser Ball aus 30 m (33. Minute), ein über die Latte fliegender Ball von der Strafraumkante (35. Minute) sowie ein weit am rechten Pfosten vorbeisegelnder Ball aus dem Strafraum (37. Minute) brachten allerdings keine Gefahr.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit übernahm der WSV wieder mehr Spielanteile und versuchte, noch vor der Pause den zweiten Treffer zu erzielen.

In der 39. Minute wurde die Mühe fast belohnt: Nachdem Robin einen schönen Ball durch die Abwehr in den Lauf von Lamine gespielt hatte, legte dieser von der rechten Seite den Ball zurück in Richtung Strafraumkante, wo Julian völlig frei zum Schuss kam, den Ball aber über die Latte jagte.

Nur eine Minute später humpelte dann Simon nach einem unglücklichen Zweikampf verletzt vom Platz, woraufhin der WSV erst einmal zu zehnt weiterspielte. Glücklicherweise unternahmen die Gäste keinen ernsthaften Versuch, die Überzahl auszunutzen. Auch der WSV wollte angesichts der Unterzahl kein unnötiges Risiko mehr eingehen.

Nachdem Marc in der 45. Minute noch einen Freistoß aus dem linken Halbfeld knapp am linken Pfosten gezirkelt hatte, schickte der Schiedsrichter schließlich beide Mannschaften in die Halbzeitpause.

Die Führung für den WSV fiel zwar etwas überraschend, ging aber zur Pause völlig in Ordnung. Trotz ausgeglichenem Ballbesitz tat der WSV mehr fürs Spiel, war vorne mutig und hinten konzentriert – und brachte den Gegner aus Harlingerode ein ums andere Mal zum Verzweifeln. Schade, dass nicht die ein oder andere Chance zu einem Ausbau der Führung genutzt werden konnte. Ein 1:0 war denkbar knapp, hier war – auch für die Gäste aus Harlingerode – noch alles drin.

Und die Gäste legten direkt nach Wiederanpfiff los wie die Feuerwehr (da hatte es anscheinend eine saftige Ansprache in der Halbzeit gegeben). Der WSV war noch gar nicht wieder richtig da, da startete Harlingerode einen schnellen Angriff durch das Zentrum und spitzelte den Ball durch die Hintermannschaft des WSV. Der einlaufende Stürmer der Gäste erreichte den Ball schneller als der aus seinem Kasten eilende Jan, umkurvte unseren Keeper und schob den Ball anschließend in das leere Tor – 1:1 (47. Minute)!

Was für ein Nackenschlag für den WSV.

Und als wäre das noch nicht genug, musste nur zwei Minuten nach dem Ausgleich Simon, der es nach seiner Verletzung am Ende von Halbzeit 1 noch einmal versucht hatte, endgültig ausgewechselt werden. Für ihn kam Timo aufs Feld.

Der dritte verletzungsbedingte Wechsel – und das nach gerade einmal knapp 50 Minuten. Bitter.

Wieder musste der WSV sich erst einmal neu sortieren. Die Gäste nutzten dies und entwickelten deutlich mehr Zug zum Tor, bestrebt, das Spiel nun zu drehen.

In der 52. Minute konnte erneut ein Angreifer der Gäste nach einem schnellen Angriff – möglicherweise ungeahndet unter Zuhilfenahme seiner Hand – Jan im Laufduell ausspielen und den Ball aufs Tor ziehen, wo Jason allerdings noch auf der Linie klären konnte.

In der 55. Minute war der Ball dann drin: Nach einer Ecke von der rechten Seite kam es zu einigem Gewusel im Strafraum des WSV, in dessen Folge der Ball plötzlich im Kasten lag. Aber noch bevor die Gäste zum Torjubel ansetzen konnten, entschied der Schiedsrichter auf Foulspiel, da Jan regelwidrig zu Fall gebracht worden war.

Es dauerte aber nur eine Minute, bis die Gäste dann tatsächlich jubeln durften: Ein Freistoß aus ca. 20 m, der von der linken Seite an der Mauer vorbeigezirkelt wurde und für Jan unhaltbar unten rechts im Netz landete, brachte schließlich die Gästeführung – 1:2 (56. Minute)! Ein durchaus sehenswerter Treffer, das muss man an dieser Stelle anerkennen. Viel besser hätte man den Freistoß kaum schießen können.

Der WSV konnte sich nun kaum noch befreien, Harlingerode setzte sofort nach und drängte auf den Führungsausbau.

In der 58. Minute konnte sich ein Angreifer der Gäste auf der rechten Seite im Zweikampf durchsetzen und den Ball auf Strafraumhöhe quer zu einem Mitspieler legen, der das Spielgerät aus ca. 10 m an Jan vorbei links oben in den Winkel jagte – 1:3!

Diesen Doppelschlag musste der WSV erst einmal verkraften. Während vorne kaum noch eine Aktion gelang und viele unnötige Ballverluste die eigenen Angriffsbemühungen behinderten, musste man nun auch noch zusehen, dass es hinten nicht noch weitere Gegentore hagelte. Gleichzeitig galt es aber auch, nicht noch weitere Verletzungen gegen durchaus rabiat auftretende Gegner zu riskieren. Ein schwieriges Unterfangen. Glücklicherweise schalteten die Gäste nach dem dritten Treffer einen Gang zurück, sodass sich das Geschehen in der Folgezeit meist im Mittelfeld abspielte.

Nachdem der Schiedsrichter zuvor schon immer wieder einzelne Spieler (teilweise mündlich, teilweise mit gelber Karte) verwarnen musste, gab es in der 71. Minute nach einem erneuten harten Einsteigen dann gelb-rot für einen Gästespieler. Harlingerode musste die restlichen 20 Minuten also zu zehnt überstehen.

Der WSV witterte noch einmal Morgenluft, übernahm mehr Spielanteile und versuchte, den Anschlusstreffer zu erzielen, doch Ricardo konnte den Ball nach einem Freistoß von Marc nur in die Arme des Gästekeepers drücken (74. Minute) und Julian, der nach starkem Einsatz von Ricardo in der Zentrale frei zum Schuss kam, erwischte den Ball nicht richtig, sodass dieser letztendlich weit am Kasten vorbeisegelte (75. Minute).

In der 76. Minute versuchte es Harlingerode wieder einmal mit einem langen Ball in die Spitze und überrumpelte damit die Wiedelaher Abwehr. Wie schon beim Ausgleichtreffer konnte ein durchgestarteter Angreifer der Gäste den Ball vor Jan erwischen und ihn umlaufen. Anstatt selbst aufs leere Tor zu ziehen, legte er den Ball im Strafraum noch einmal quer zu einem mitgelaufenen Mitspieler, der den Ball aus kürzester Distanz ins Netz schob – 1:4!

In einer Phase, in der der WSV wieder erstarkte, machten die Gäste den Treffer. Was für ein Rückschlag! Doch anstatt die Köpfe hängen zu lassen, zeigte der WSV die einzig richtige Reaktion – er spielte weiter nach vorne und versuchte, den Anschluss herzustellen (oder die Niederlage in Grenzen zu halten).

Nach einem Schuss von Lamine vom linken Strafraumeck, der weit über das Tor flog (81. Minute), und einem zweiten Versuch von Schubi aus 20 m, der am rechten Pfosten vorbeisegelte (82. Minute), waren es dann die Gäste, die dem WSV die beste Chance zum zweiten Treffer boten:

Nachdem Ricardo auf der rechten Strafraumseite den Ball gegen zwei Gegenspieler behaupten konnte, konnten sich letztere im Strafraum nur noch mit einem Foul behelfen. Strafstoß für den WSV!

Da die üblichen Schützen nicht (mehr) auf dem Feld standen, schnappte sich Ruben den Ball, lief an und verlud mustergültig den Gästekeeper, der in die linke Ecke flog, während der Ball unten rechts ins Netz rollte. 2:4 (84. Minute)!

Das konnte doch noch einmal eine spannende Schlussphase werden…?

In den folgenden Minuten war das Spiel leider auf beiden Seiten geprägt von vielen Fehlpässen und einigen Nickligkeiten im Mittelfeld, die immer wieder für Spielunterbrechungen sorgten. Während der SC so verhinderte, dass der WSV noch einmal gefährlich vors Tor kam, schaffte es der WSV seinerseits allerdings nur bedingt, Angriffe zu verhindern.

In der 87. Minute feuerten die Gäste noch einmal einen Schuss aus 20 m auf den Kasten, den Jan aber sicher wegfaustete.

Kurz vor Schluss – der WSV war gedanklich vielleicht schon in der Kabine – war es dann noch einmal ein langer Ball aus der Harlingeröder Hälfte, der dazu führte, dass plötzlich zwei Angreifer allein auf das Wiedelaher Tor zustürmen konnten. Jan, der das Unheil auf sich zurollen sah, blieb auf der Linie und konnte letztendlich nicht verhindern, dass der ballführende Stürmer den Ball aus 10 m links an ihm vorbei ins Netz schob – 2:5.

Der Treffer markierte dann auch den Endstand des Spiels.

Der WSV muss sich dem SC 18 Harlingerode also mit 2:5 geschlagen geben und verliert damit auch sein zweites Saisonspiel. Aber auch wenn das Ergebnis es nicht vermuten lässt, muss man sagen, dass hier durchaus mehr drin gewesen wäre. Nachdem der WSV in der ersten Halbzeit streckenweise die spielbestimmende Mannschaft war, hinten äußerst sicher stand und es vorne nur aufgrund eigener Unkonzentriertheit versäumte, die Führung gegen sichtlich überraschte Gegner auszubauen, waren es drei verletzungsbedingte Wechsel in der ersten Halbzeit bzw. zu Beginn der zweiten Halbzeit, die sicherlich großen Anteil daran hatten, dass sich das Spielgeschehen in Halbzeit 2 zugunsten der Gäste entwickelte. Während der WSV sich nach den ungeplanten Umstellungen sortieren musste, nutzen die Gäste die Verunsicherung der Hausherren, um das Spiel zu drehen.

Trotzdem hat der WSV heute einen guten Kampf geliefert und auch nach den Gegentreffern in der zweiten Halbzeit den Kopf nicht hängen gelassen. Bleibt am Ball, Jungs – ihr habt auch heute wieder gezeigt, dass ihr mithalten könnt. Schade, dass der Einsatz nicht belohnt wurde. Aber das nächste Spiel kommt bestimmt!

Ein großer Dank geht heute wieder an Rainer, der schon beim letzten Spiel die Ersatzbank verstärkte und heute über 72 Minuten im Mittelfeld vollen Einsatz zeigte, sowie an Zumbi, der auch heute noch einmal an der Seitenlinie stand und als Coach mit seinen Anweisungen das Spielgeschehen lenkte. Großartig!

Und zuletzt geht ein „Gute Besserung“ an Lennard, Rouwen und Simon – wir drücken die
Daumen, dass ihr möglichst schnell wieder auf die Beine kommt!



Zurück zur Übersicht