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20.10.2019

WSV Wiedelah : TuS Clausthal Zellerfeld 1:3

Heute empfing der WSV den TuS Clausthal-Zellerfeld. Mit dem derzeitigen Tabellendritten schickte sich damit der elfte Gegner an, dem in dieser Saison noch ungeschlagenen WSV endlich einmal Punkte streitig zu machen. Das Wetter meinte es heute nicht besonders gut mit den Spielern auf dem Feld, denn pünktlich zum Anpfiff setzte der Regen ein. Ein schlechtes Omen?

Ob es nun an der ungemütlichen Witterung lag oder an der personalbedingten Umstellung, die wegen der Ausfälle von Max und Ruben in der Abwehr erforderlich waren – der WSV fand zunächst überhaupt nicht in die Partie und wurde von den bis in die Haarspitzen motivierten Gästen aus dem Harz von Minute 1 an förmlich überrannt. Bereits in der dritten Minute zappelte der Ball dann auch schon im Netz des WSV – und das mit freundlicher Unterstützung der Gastgeber: Nach einer Abseitsentscheidung des Schiedsrichters wurde der fällige Freistoß so ungenau gespielt, dass ein gegnerischer Angreifer den Ball ca. 25 m vorm Tor abfangen konnte, anschließend völlig frei auf Jan zulief und den Ball an ihm vorbei ins Netz schob. Doch der WSV hatte Glück im Unglück: Der Schiedsrichter hatte den Freistoß noch nicht freigegeben und ließ ihn wiederholen. So blieb es beim 0:0. Aber der WSV war gewarnt und sollte sich einen solchen Patzer besser nicht noch einmal erlauben…

Während der WSV noch nach seiner Konzentration suchte, machten die Gäste aus dem Harz weiter gehörig Druck. In der 4. Minute flog ein erster Abschluss der Harzer knapp über die Latte, drei Minuten später ließ Jan einen von der linken Strafraumkante scharf vors Tor gespielten Ball nach vorne abklatschen, wo Sebastian und Simon ihn in letzter Not nur ganz knapp vor einem einschussbereiten Angreifer klären konnten.

Die Gäste aus dem Harz, die vor allem im Mittelfeld deutlich überlegen waren, kamen in der Folge immer wieder durch die Mitte und versuchten, mit lang in die Spitze gespielten Bällen ihre schnellen Stürmer in Szene zu setzen. Die Angreifer wurden aber glücklicherweise mehrfach vom Schiedsrichter wegen Abseits zurückgepfiffen. Dem sonst so offensivstarken WSV fiel dagegen nicht viel ein im Spiel nach vorne. Die meisten Bälle, die man über die Mittellinie brachte, fanden anschließend beim Versuch, die gegnerische Defensive zu überwinden, nicht ihr Ziel, blieben regelmäßig hängen und kamen postwendend zurück in die eigene Hälfte.

Erst in der 20. Minute konnte auf Seiten des WSV der erste Torabschluss verzeichnet werden, allerdings handelte es sich bei Alex‘ Schuss von der Strafraumkante lediglich um einen harmlosen Kullerball, der den Gästetorwart nicht vor ernste Probleme stellte.

In der 28. Minute konnte dann auch der TuS mal wieder einen Angriff abschließen, ohne zurückgepfiffen zu werden – der durchaus sehenswerte Schuss von der Strafraumkante wurde von Jan aber pariert.

Nach gut einer halben Stunde hatte sich der WSV dann besser auf das Spiel eingestellt und wirkte in der Defensive deutlich konzentrierter. In der Folge kam es auf beiden Seiten kaum noch zu nennenswerten Aktionen und das Geschehen spielte sich im Wesentlichen im Mittelfeld ab. Passenderweise waren es drei Standards, die bis zur Halbzeit noch einmal für etwas Gefahr sorgten: Zunächst landete ein Freistoß von Marc aus 25 m in den Armen des Gästekeepers (32. Minute), dann hatte der WSV Glück, als nach einem Freistoß der Gäste aus 30 m, den Jan zunächst gut parieren konnte, der Nachschuss aus kürzester Distanz am linken Pfosten vorbeigesetzt wurde (35. Minute) – und schließlich flog ein Freistoß des TuS aus dem linken Halbfeld über die Latte (44. Minute). Dann ging es auch schon in die Pause.

Im Gegensatz zur letzten Partie gegen den SV Hahndorf, in der das 0:0 zur Pause durchaus dem Spielverlauf entsprach, muss man heute festhalten, dass eine Gästeführung angesichts der teilweise drückenden Überlegenheit nicht unverdient gewesen wäre. Der WSV musste sich in Halbzeit 2 gehörig steigern, wenn er heute die drei Punkte im Eckerstadion behalten wollte – sonst war es hier nur eine Frage der Zeit, wann der TuS den ersten Treffer bejubeln dürfte.

Schon kurz nach Wiederanpfiff wäre es fast so weit gewesen. Bei dem ersten Angriff der Gäste kam ein Angreifer im Strafraum völlig ungehindert zum Kopfball, allerdings konnte Jan mit guter Parade Schlimmeres verhindern (46. Minute).

Dann war es plötzlich – entgegen aller Erwartungen – der WSV, der jubeln durfte: Nachdem ein weiterer Angriff der Gäste vereitelt werden konnte, rollte der Ball über mehrere Station mit schönem One-Touch-Fußball durchs Mittelfeld bis zu Christian (Safti), der im Zweikampf den Ball mit ausgestrecktem Bein gerade noch zu Alex spitzeln konnte, welcher anschließend seinen Gegenspieler zum Laufduell herausforderte, sich geschickt durchsetzte und den Ball schließlich im Strafraum am herauslaufenden Torwart vorbei links ins Netz schob – 1:0 (49. Minute)! Ein Tor aus dem Nichts - sollte das jetzt etwa die erhoffte Wendung im Spiel bringen?

Der TuS brauchte einen Moment, um den Gegentreffer zu verdauen, erhöhte dann aber wieder den Druck und brachte die Wiedelaher Hintermannschaft ordentlich ins Schwitzen. Es dauerte bis zur 65. Minute, dann war der erste nennenswerte Angriff leider auch ein Volltreffer: Über die rechte Seite konnte ein Harzer Angreifer den Ball bis auf die Höhe des Strafraums tragen und dann scharf nach innen spielen, wo ein zweiter Stürmer den Ball im Sprint kurz vor Jan erwischte und mit der Fußspitze an letzterem vorbei ins Netz schob – 1:1, das war der zu diesem Zeitpunkt völlig verdiente Ausgleich.

Und der TuS machte gnadenlos weiter. Nachdem Alex auf der Gegenseite einen Schuss von der Strafraumkante links am Pfosten vorbeigesetzt hatte (66. Minute), konnte Jan zunächst einen Schuss aus dem rechten Halbfeld sicher festhalten (69. Minute), dann folgte wieder ein starker Angriff über die rechte Seite:

Nach einem langen Ball schaffte es der WSV trotz Überzahl nicht, einen Stürmer auf der Außenbahn daran zu hindern, bis in den Strafraum einzudringen. Der Schuss aus 15 m wurde von Jan zwar noch abgefälscht, trudelte aber über ihn hinweg ins Netz – 1:2 (75. Minute). Auch dieses Tor fiel nicht wirklich aus heiterem Himmel (der Himmel war hier nach wie vor sowieso alles andere als heiter…), sodass man hier – wie schon beim 1:1 – von einem verdienten Tor und damit von einer verdienten Führung sprechen musste.

Dem WSV blieb nunmehr noch eine Viertelstunde, um den Rückstand zu verarbeiten, in den sonst so wirkungsvollen Angriffsmodus zu schalten und durch ein zweites Tor zumindest eine Niederlage zu verhindern.

In der 77. Minute versuchte es Lennart mit einem Flachschuss aus der Distanz, traf aber nur den linken Pfosten – den Abpraller brachte Rouwen anschließend zwar aufs Tor, allerdings konnte dort ein Verteidiger den Ball noch auf der Linie klären. Schade, das wäre der perfekte Gegenschlag gewesen!

Der TuS, dem die knappe Führung sichtlich zu wenig war, drängte nunmehr auf ein drittes Tor. Erst flog ein Schuss vom linken Strafraumeck über die Latte (78. Minute), dann rollte ein recht harmloser Schuss aus 20 m in Jans Arme (81. Minute).

In der 85. Minute konnten die Gäste einen schlecht gespielten Ball im Mittelfeld anfangen und anschließend durch die aufgerückte WSV-Abwehr nach vorne passen, wo ein Stürmer den Ball im Sprint kurz vor dem weit herausgelaufenen Jan erwischte, ihn umkurvte und anschließend von der rechten Seite aus ca. 20 m ins leere Tor schieben konnte – 1:3, nun war der Sack wohl zu.

Der WSV hatte zwar nach der eigenen Führung etwas Rückenwind verspürt und war offensiv deutlich aktiver geworden – dass es hier noch zu zwei Toren reichen sollte, war aber alles andere als absehbar, zumal die Gäste aus dem Harz nun auf Spielkontrolle und die Absicherung der Führung aus waren. Der WSV, dem nach wie vor die Ideen im Mittelfeld fehlten, versuchte mit langen Bällen in den Rücken der Abwehr zu gelangen, allerdings wurde so gut wie jeder Versuch von der starken Defensive der Gäste abgefangen.

In der 88. Minute landete ein Freistoß von Robin am langen, linken Pfosten bei Simon, der den Ball aber – offenbar überrascht davon, dass letzterer überhaupt bis zu ihm durchgekommen war – am linken Pfosten vorbeisetzte. Eine Minute später setzte sich Alex auf der linken Seite gut durch, trug den Ball bis zur Grundlinie und spielte ihn von dort in die Mitte zu Rouwen, der ihn auf die rechte Seite weiterleitete, wo Niklas F. völlig frei zu einem schönen Außenristschuss ansetzte, mit dem Ball aber nur das rechte Außennetz traf.

Das war es dann auch. Der Schiedsrichter beendete pünktlich die Partie und besiegelte damit die erste Niederlage für den WSV.

Der WSV verliert also 1:3 gegen den TuS Clausthal-Zellerfeld, der, so muss man das sagen, den deutlich besseren Tag erwischte, das Spiel schon früh übernahm und es fast über die gesamte Spielzeit nicht aus der Hand gab. Dem WSV, der heute seine wohl schwächste Saisonleistung ablieferte, fehlte vor allem im Mittelfeld der Zugriff, dazu kamen diverse Unkonzentriertheiten im Aufbauspiel und eine blasse Offensive, die gegen gut stehende Gegner einfach nicht zum Zug kam. Der zwischenzeitliche Führungstreffer war weder absehbar noch besonders verdient, das 1:3 geht völlig in Ordnung und der WSV kann sich glücklich schätzen, dass das Ergebnis noch einigermaßen knapp ausfällt.

Kopf hoch, Jungs! Vielleicht sollte man es positiv sehen: Nach zehn Siegen in Folge hatte sich sicherlich auch irgendwo eine gewisse Erwartungshaltung eingeschlichen, die möglicherweise mit dem entsprechenden Druck, auch weiterhin siegen zu müssen, verbunden war. Dieser Druck fällt jetzt auf jeden Fall weg. Ihr könnt also beim nächsten Mal befreit aufspielen – und dann zeigt ihr, dass die heutige Niederlage nur ein kleiner Schönheitsfleck auf eurer weißen Weste ist.

Der WSV bleibt im Übrigen weiterhin Tabellenführer der 1. Nordharzklasse und hat nun fünf Punkte Vorsprung auf den TuS Clausthal-Zellerfeld, der von einem Unentschieden zwischen dem SV Braunlage und dem SV Hahndorf profitieren und die Oberharzer Konkurrenz vom zweiten Tabellenplatz verdrängen konnte.

Obwohl zwei spielfreie Wochen anstehen, können die Jungs bis zu ihrem nächsten Saisonspiel am 10.11.2019 nicht von der Spitze verdrängt werden, da der TuS Clausthal-Zellerfeld und der ebenfalls in Schlagdistanz befindliche SV Braunlage (6 Punkte Rückstand) am nächsten Wochenende gegeneinander antreten müssen und danach ebenfalls spielfrei haben – das ist doch beruhigend und hilft bestimmt dabei, den heutigen Tag gut zu verkraften!



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