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24.10.2021

TSV Westerode : SG Osterwieck/Wiedelah 5:1

+++ Schwarzer Tag +++

Ersatzgeschwächt und mit teilweise angeschlagenen Spielern traten wir heute unser Auswärtsspiel beim TSV Westerode an. Da auch unseren Gastgebern nur sieben Spielerinnen zur Verfügung standen, rechneten wir uns trotz der Personalprobleme gute Chancen aus, endlich die ersten drei Punkte fürs Tabellenkonto zu sammeln.

Die Rechnung ging leider nicht auf.

Von Minute 1 an überrannten uns die Gastgeberinnen, spielten lange Bälle in den Rücken unserer improvisierten Abwehrreihe und sprinteten regelmäßig fast unbedrängt aufs Tor zu. Schon der erste Angriff brachte so nach wenigen Sekunden die 1:0-Führung und auch das 2:0 knapp zehn Minuten später fiel, weil wir das Tempo der Gegner nicht mitgehen konnten.

Während der TSV stetig Druck machte, taten wir uns extrem schwer, Angriffe zu initiieren. Zwar fehlten Anne nach einer schönen Flanke von Celine in der Anfangsphase einmal nur wenige Zentimeter, um den Ball aus kurzer Distanz zu versenken, und Picasso setzte den Ball nach einem langen Ball von Anne von der linken Strafraumseite gegen das Außennetz – mehr gute Chancen waren aber kaum zu verzeichnen.

Dank enorm vieler Ballverluste und Fehlpässe schafften wir es so gut wie gar nicht in den gegnerischen Strafraum und brachten uns im Mittelfeld immer wieder ohne Not in die Bredouille, woraufhin der TSV nach Ballgewinn dankend zum nächsten Sturmlauf ansetzte.

Als Picasso gegen Mitte der Halbzeit von der Sturm- auf die Liberoposition wechselte und dort mit starkem Einsatz die Gegner verzweifeln ließ, schien zumindest die Tiefschlafphase in der Defensive zu enden. Nach vorne ging trotzdem so gut wie nichts.

Dass es zur Halbzeit „nur“ 2:0 stand, hatten wir letztendlich allein Laura zu verdanken, die auch heute wieder eine starke Leistung im Tor zeigte und uns mit der einen oder anderen Parade im Spiel hielt.

Nach einer saftigen Kabinenansprache ging es noch einmal motiviert zurück aufs Feld. Und tatsächlich lief es auch deutlich besser.

Zwar taten wir uns weiterhin schwer, aus dem Spiel heraus Chancen zu kreieren, aber immerhin nutzten wir vier Minuten nach Wiederanpfiff einen – zugegebenermaßen fragwürdigen – Freistoß zum Anschlusstreffer: Celine brachte den Ball von der linken Seite in Richtung Tor, wo der Ball fast flippermäßig von der Torfrau gegen Annes Fuß und von dort ins Tor prallte. 2:1!

In den Folgeminuten versuchten wir, Druck aufzubauen und den Ausgleich zu erzielen, aber wie schon in Halbzeit 1 machten wir und mit Fehlpässen und unnötigen Ballverlusten vor allem im Mittelfeld das Leben selbst schwer und luden die Gastgeberinnen in der Vorwärtsbewegung immer wieder zu schnellen Kontern ein.

Deren (einzige) Taktik – lange Bälle in die Spitze – ging dabei immer wieder auf. Da der TSV glücklicherweise regelmäßig an fehlendem Zielwasser oder an unserer bärenstarken Torfrau scheiterte, konnten wir von Glück reden, dass wir nach knapp einer Stunde immer noch „im Rennen“ waren.

In der 58. Minute folgte dann aber das 3:1. Dieses Mal nicht, indem unsere Abwehrreihe einfach überrannt wurde, sondern eher unglücklich nach einer Ecke, welche am kurzen Pfosten irgendeinen Kopf fand und den Ball links unten ins Eck trudeln ließ.

Unglücklich, aber nicht unverdient.

Den zahlreichen Zuschauern bot sich auch in den folgenden Minuten dann kaum Abwechslung: Wir versuchten uns im Spiel nach vorne, der TSV eroberte irgendwo zwischen Mittellinie und eigener Strafraumkante einen verunglückten Ball, lief dann seinerseits Sturm auf unser Tor und wurde entweder gerade noch abgefangen, zielte daneben oder scheiterte an Laura.

Als Picasso knapp zehn Minuten vor Schluss das Feld verlassen musste und wir wieder ohne Libero spielten, witterten die Gastgeberinnen noch einmal ihre Chance und es dauerte tatsächlich auch nur ein paar Minuten, bis wieder einmal ein langer Ball durch die Abwehr hindurch den richtigen Mitspieler fand und der Ball hinter Laura im Netz zappelte – 4:1.

Damit war das Spiel entschieden.

Den Schlusspunkt setzte der TSV dann aber noch mit dem fünften Tor kurz vor Abpfiff – und, welch Wunder, auch hier ging die bereits erwähnte Taktik der Gastgeberinnen noch einmal auf.

Statt mit drei Punkten im Gepäck ging es also wieder mit leeren Händen nach Hause.

Obwohl der TSV sicherlich keine sonderlich starke Leistung gezeigt hat, haben einfache Mittel gereicht, um uns heute mit einer ziemlichen Klatsche auf die Heimreise zu schicken. Eine engagiertere Zweikampfführung, eine bessere Passquote die Eroberung zweiter Bälle und eine schnelle Angreiferin – mehr brauchte es heute gegen uns nicht.

Bei uns passte so gut wie gar nichts zusammen. Gefühlt jeder zweite Ball kam nicht dort an, wo er hätte ankommen sollen; unsere (seltenen) Torschüsse waren viel zu harmlos und wir schafften es über 80 Minuten nicht, ein effektives Mittel gegen die „Langer Ball in den Rücken der Abwehr“-Taktik des TSV zu finden. Der TSV war sicherlich nicht stark, aber dennoch deutlich besser, weil wir es einfach nicht schafften, das abzurufen, was wir eigentlich können.

Wir könnten die schlechte Leistung natürlich auf unsere improvisierte und ungewohnte Aufstellung schieben, aber das wäre nur die halbe Wahrheit. Wir haben heute einen rabenschwarzen Tag erwischt und müssen uns darauf konzentrieren, dass wir die vielen Fehler, die uns heute das Spiel gekostet haben, abstellen.

Nächste Woche geht es gegen die TSG Bad Harzburg. Wir schauen nach vorne und hoffen, dass wir dort endlich unsere ersten Punkte sammeln können…



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