WSV Wiedelah

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03.04.2022

SC 18 Harlingerode : WSV Wiedelah 1:1

Heute stand das erste Auswärtsspiel der Rückrunde auf dem Programm. Bei knackig kalten Temperaturen um 5 °C ging es nach Harlingerode zum SC 18, wo man sich für eine (unglückliche) 2:5-Niederlage im Hinspiel revanchieren wollte.

Beide Mannschaften zeigten sich von Beginn an hellwach und sorgten schon nach zwei Minuten für den ersten kleinen Aufreger, als der Ball nach einer Ecke der Hausherren am langen Pfosten im Netz landete. Da Jan zuvor beim Versuch, den Ball abzufangen, regelwidrig behindert worden war, zählte der Treffer allerdings nicht und das Spiel ging ohne Proteste mit Freistoß für den WSV weiter.
In der folgenden Viertelstunde zeichnete sich das Spiel hauptsächlich durch viele Ballverluste und Fehlpässe auf beiden Seiten aus. Während der WSV mit hohem Pressing die Hausherren zu langen, teilweise unkontrollierten Bällen zwang, profitierte der SC 18 von einem zu hektischen Spielaufbau des WSV – die Folge: Das Spiel ging zwar munter hin und her, in den beiden Strafräumen herrschte aber weitestgehend gähnende Leere.

Die erste und in dieser Spielphase auch einzige Torchance des WSV bot sich in der 8. Minute, als Alex nach einer schnellen Kurzpasskombination von Lennart und Fabian auf der linken Strafraumseite frei zum Schuss kam, jedoch am gegnerischen Torwart scheiterte.
In der 11. Minute wurde es dann auf der Gegenseite einmal brenzlig, als Harlingerode nach einem Fehlpass im Mittelfeld einen schnellen Konter über die rechte Seite spielte, an dessen Ende ein Angreifer von der Strafraumkante abzog. Jan reagierte jedoch glänzend und lenkte den strammen Schuss mit den Fingerspitzen um den linken Pfosten.
In der 15. Minute nutzte Lennart nach starkem Zweikampf einen Ballverlust der Hausherren, um Rouwen auf der linken Seite steil zu schicken. Der zog im Sprint an seinem Gegenspieler vorbei zur Grundlinie und versuchte, von dort den Ball quer zurück an den Elfmeterpunkt zu spielen, wo sich Alex bereits einschussbereit postiert hatte – leider gelang es den Hausherren, das Zuspiel im letzten Moment durch einen geschickten Block zu verhindern.

Der WSV gewann nun zunehmend an Sicherheit im eigenen Spiel und erarbeitete sich ein deutliches Chancenplus, während die Gastgeber insbesondere im letzten Drittel des Platzes kaum Land sahen und regelmäßig an der auch heute wieder extrem aufmerksamen Abwehrreihe des WSV abprallten.
In der 17. und 21. Minute waren es dann zunächst zwei Freistöße von Lennart, die den Wiedelaher Anhang beinahe – leider nur beinahe – jubeln ließen: Erst flog der Ball von der rechten Seite an den Fünfmeterraum, wo Tim punktgenau einlief und einen wuchtigen Kopfball ins linke Eck setzte – eine starke Parade des Harlingeröder Schlussmannes verhinderte allerdings den Einschlag. Nur wenig später versuchte Lennart es dann aus zentraler Position direkt – der Ball krachte aus ca. 30 m unter das linke Lattenkreuz, sprang von dort aber nicht hinter die Linie. Schade, das wäre ein wunderschönes Tor gewesen!

Nur eine Minute später belohnte sich der WSV dann aber endlich für sein mutiges Auftreten, als Schubi sich ein Herz nahm und den Ball einfach mal aus 25 m ansatzlos aufs Tor zimmerte, wo die Kugel unhaltbar rechts unten im Netz einschlug (22. Minute) – 1:0 für den WSV!

Jetzt galt es, den Rückenwind aus den letzten zehn Minuten weiter zu nutzen. Von den Gastgebern war kaum etwas zu sehen – zu viele Abspielfehler in der Wiedelaher Hälfte führten dazu, dass Harlingerode bei den Angriffsbemühungen zunehmend auf spielerische Ansätze verzichtete und sich stattdessen an Flanken aus dem Halbfeld versuchte. Ein Versuch, der allerdings ähnlich erfolglos blieb. Die Wiedelaher Abwehr glich einem Bollwerk und ließ sich einfach nicht überwinden. Folgerichtig bildete ein Freistoß aus 35 m, der harmlos am Tor vorbeigeköpft wurde (27. Minute), noch die beste Chance, die sich auf Seite der Hausherren verzeichnen ließ.

Dem WSV gelang es allerdings ebenfalls nicht, in den folgenden Minuten für weitere Torgefahr zu sorgen, denn auch die Abwehr der Hausherren zeigte sich aufmerksamer und entschied wichtige Zweikämpfe für sich, sodass sich das Spiel zurück ins Mittelfeld verlagerte. Erst zehn Minuten nach dem Führungstreffer war es dann erneut ein ruhender Ball, der den Hausherren um die Ohren zu fliegen drohte: Lennart, heute exzellent aufgelegter Standardexperte, schlug eine Ecke von der linken Seite an den kurzen Pfosten, wo Ruben völlig unbedrängt zum Kopfball kam, den Ball aber aus kurzer Distanz knapp am Pfosten vorbeisetzte (32. Minute).

In der 38. Minute ließ der WSV dann einen aussichtsreichen 3:2-Konter ungenutzt liegen, als Alex sich einen schönen Querpass von Lennart an der Strafraumkante ein Stück zu weit vorlegte und damit die Chance verspielte, freie Bahn zum Tor zu haben. Nur eine Minute später kam Ruben nach einer Ecke zu einer guten Schussgelegenheit, drosch die Kugel aber etwas übermotiviert aus dem Rückraum weit über die Latte.

Die letzte Chance der ersten Halbzeit hatten dann überraschenderweise noch einmal die Gastgeber, doch Jan konnte den halbherzigen Schuss von der Strafraumkante sicher festhalten (42. Minute).

Mit einer knappen 1:0-Führung für den WSV ging es dann für beide Mannschaften in die Kabinen. Dass die Führung auch nach 45 Minuten weiterhin absolut verdient war, war kaum zu bestreiten. Die Hausherren konnten sich glücklich schätzen, dass die Partie zu diesem Zeitpunkt noch offen war. Auf Wiedelaher Seite hatte man Grund für vorsichtigen Optimismus, allerdings hatte man schon oft genug erlebt, wie sich vergebene Chancen im Nachhinein noch gerächt hatten. Erst am vergangenen Sonntag hatte man trotz 1:0-Führung verloren, insofern war man gewarnt, die Partie trotz Überlegenheit in Halbzeit 2 nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Nach Wiederanpfiff merkte man sofort, dass es auf Seiten der Hausherren eine ordentliche „Wacht mal auf“-Kabinenansprache gegeben haben musste, denn der SC 18 begann sofort mit viel Druck und Zug zum Tor, allerdings hatte auch der WSV in der Pause nicht die Konzentration verloren, verteidigte weiterhin sicher und spielte mutig nach vorne.

Nach zwei erfolglosen Schüssen von Rouwen aus je 16 m (47. / 49. Minute) sowie einem Versuch der Gastgeber (48. MIinute) lief das Spiel so erst einmal wieder munter zwischen den beiden Strafräumen hin und her, bis der Schiedsrichter in der 60. Minute nach einer Ecke des SC 18 plötzlich auf den Elfmeterpunkt zeigte. Die Verwirrung war groß: Der Ball war im Toraus, im Wiedelaher Tor lagen zwei WSV-Spieler, aber niemand reklamierte irgendein Foulspiel. Anscheinend hatte der Schiri hier etwas Regelwidriges gesehen, das den übrigen Akteuren auf dem Feld völlig entgangen war … Sei es, wie es sei. So fragwürdig die Entscheidung auch sein mochte: Meckern nützte wie immer nichts. Und so kamen die Hausherren, denen bislang aus dem Spiel heraus so gut wie gar nichts gelungen war, aus dem Nichts zur Ausgleichschance – und die wurde genutzt: Obwohl Jan die Ecke ahnte, schlug der Ball auf der linken Torseite ins Netz ein. 1:1 (61. Minute)! Was für ein bitterer Ausgleich.

Während sich der WSV nach dem Gegentor erst einmal schütteln musste, drängten nun plötzlich die Hausherren auf die Führung. Direkt nach Wiederanpfiff nutzten sie einen Ballverlust des WSV zum Konter und spielten sich bis in den Strafraum, wo Ruben einen Schuss gerade noch rechtzeitig abblocken konnte. In der 68. und 73. Minute flogen zwei stramme Schüsse aus je ca. 20 m über Jans Kasten.
Der WSV wirkte in dieser Phase des Spiels verunsichert. Während die Abwehr zwar weiterhin gut stand, hatte man viel Mühe im Spielaufbau, leistete sich ein ums andere Mal unnötige Fehlpässe und Ballverluste und schaffte es so kaum, das Spiel wieder in die Harlingeröder Hälfte zu verlagern. Erst Schubi weckte die Mannschaft mit einem strammen Schuss von der Strafraumkante schließlich auf – sein Ball konnte zwar vom gegnerischen Torwart gefangen werden (74. Minute), doch er setzte ein wichtiges Signal. Hier war immer noch ein Sieg drin!

Der WSV bekam wieder mehr Zugriff aufs Spiel und hatte in der 77. Minute tatsächlich die erneute Führung auf dem Fuß – besser gesagt, auf dem Kopf: Rouwen brachte von der rechten Seite einen Freistoß an den langen Pfosten, wo Fabian völlig frei zum Kopfball kam, die Kugel aber wenige Zentimeter über die Latte setzte.

Im Gegenzug zeigte sich dann auch der SC 18 wieder in Strafraumnähe, verfehlte aber mit einem Schussversuch aus 18 m knapp den linken Pfosten (78. Minute).

Die Partie war nun völlig offen, eine spannende Schlussphase stand an. Allerdings merkte man beiden Teams an, dass das Spiel Kräfte gekostet hatte. Außerdem wollte keine Mannschaft noch den entscheidenden Fehler machen, der hier über Sieg und Niederlage entscheiden konnte. In der Folge kam es kaum noch zu Torchancen. Sowohl der WSV als auch der SC 18 konzentrierten sich darauf, den Ball möglichst fern vom eigenen Kasten zu halten. Dennoch sollte jede Mannschaft noch einmal eine gute Gelegenheit bekommen:
In der 83. Minute landete ein abgefälschter Pass von Lennart im Strafraum bei Ruben, der aus kürzester Distanz zum Schuss kam, den Ball aber am linken Pfosten vorbeischob. Das wäre es gewesen!
Zwei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit versuchte sich Harlingerode noch einmal mit einem Schuss aus 20 m, verfehlte aber erneut knapp den linken Pfosten.

So trennen sich der SC 18 Harlingerode und der WSV also nach einer aufregenden Partie 1:1. Ein Unentschieden, das aus Sicht der Gastgeber sicherlich einen Punktgewinn darstellt, aus Sicht des WSV jedoch zu wenig ist. Trotz Chancenplus und mehrerer Top-Gelegenheiten gelang es nicht, den Ball häufiger im Tor unterzubringen. Dass die starke Abwehrleistung wegen eines äußerst fragwürdigen Foulelfmeters nicht für eine weiße Weste gereicht hat, ist in diesem Zusammenhang besonders bitter. Insgesamt sollte der Auftritt aber Mut für alle weiteren Partien machen, denn auch heute hat der WSV wieder gezeigt, dass er mithalten kann.
Niederlage, Unentschieden, … - beim Duell gegen die SG Ildehausen/Kirchberg am nächsten Sonntag
wäre doch dann ein Sieg fällig! Wir drücken die Daumen!



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